Weltuntergang 22. Februar – Ragnarök kommt


Beitrag vom 27.01.2014


Weltuntergang 22. Februar – Ragnarök kommt
Auch in diesem Jahr werden wieder jede Menge Weltuntergangstermine prophezeit, die jeweils ihre ganz eigenen zugrundeliegenden Deutungsversuche haben und teilweise auf völlig unterschiedliche Kulturen zurückgehen. Besonders interessant sind für viele Menschen immer die Weltuntergangsszenarien, die auf den Überlieferungen uralter Kulturen basieren.

Kürzliches Beispiel war der Weltuntergang, der angeblich von den Maya postuliert wurde. Das Ganze erwies sich selbstverständlich als Fehlgriff und basierte in erster Linie auf einer Fehlinterpretation des überlieferten Wissens: Ursprünglich sprachen die Maya nämlich nicht von einem Weltuntergang, sondern vom Anbruch eines neuen Zeitalters. Ein kleiner aber doch entscheidender Unterschied, wie wir meinen.
Im Jahr 2014 existiert ebenfalls eine Prophezeiung, die sich mit dem Ende der Welt beschäftigt. Und zwar soll der Weltuntergang dieses Mal am 22. Februar dieses Jahres stattfinden. Herausgefunden haben es die alten Skandinavier, festgehalten wurde die Geschichte in den Werken des berühmten norri Sturluson. Sturluson war ein sogenannter Skalde und hatte im alten Skandinavien die Funktion eines Dichters und Historikers inne, der sich dem Aufschreiben der alten Mythen und Legenden widmete.

In der skandinavischen Forschung werden die Überlieferungen Snorris mittlerweile größtenteils skeptisch betrachtet, was selbstverständlich auch die Interpretation seiner Werke hinsichtlich des Weltuntergangs am 22. Februar 2014 in ein anderes Licht rückt. Aber zunächst sollte vielleicht erst einmal betrachtet werden, was genau die nordische Mythologie eigentlich zum Thema Weltuntergang zu erzählen hat.

Ragnarök – Untergang der Götter und Ende der Welt am 22. Februar 2014


Die nordische Mythologie ist gespickt mit Göttern, Halbgöttern und übernatürlichen Wesen, von denen in Gleichnissen erzählt wird. Auch Menschen kommen natürlich immer wieder in den Versen vor, wobei vor allen Dingen Könige und volkstümliche Helden bevorzugt auftauchen. Genauso wie die Mythologie ihre thematischen Abschnitte zur Entstehung der Welt hat, beschäftigt sie sich auch eingehend mit dem Untergang derselben. Bezeichnet wird der Untergang der Welt als Ragnarök und überleben werden nur zwei Menschen, die wiederum den Anfang eines neuen Zeitalters bilden. Man sieht also bereits auf den ersten Blick, dass es sich bei diesem Weltuntergangsszenario eigentlich nicht um einen tatsächlichen Weltuntergang handelt. Gut, die meisten Menschen werden den Neubeginn nicht miterleben, aber allein die Existenz einiger Auserwählte macht sicherlich Hoffnung.

Bei Ragnarök selbst geht es im Wesentlichen um den sogenannten Ferniswolf und die Midgardschlange. Während ersterer sich von seinen Ketten befreit, gelangt letztere im Zuge größerer Überschwemmungen an Land. Luft und Meer entzünden sich, anschließend kommt es zum Kampf mit den Göttern, infolgedessen die Welt schließlich untergeht.

Der Wahrheitsgehalt – Mehr als eine fragwürdige Interpretation


Um den Wahrheitsgehalt dieser Weltuntergangsprophezeiung beurteilen zu können, müssen zwei Faktoren einberechnet werden: Zum einen ist das die Glaubwürdigkeit einer uralten Überlieferung, die von einem Mann namens Snorri aufgeschrieben wurde, der mittlerweile dafür bekannt ist, dass er die eine oder andere Geschichte ganz gern einmal ausgeschmückt hat.

Zum anderen ist es die Tatsache, dass im Mythos um Ragnarök selbst nicht ein einziges Mal die Datierung des Weltuntergangs auf den 22. Februar 2014 zu finden ist. Stattdessen wird gesagt, dass drei Jahre Kämpfe und der sogenannte Fimbulwinter den Ereignissen vorausgehen. Ein Fimbulwinter dauert gleich drei Jahre an, ohne dass dazwischen auch nur der Hauch eines Sommers festzustellen wäre. Zwar gleichen sich Sommer und Winter in den nordeuropäischen Gefilden immer stärker an, jedoch tendieren beide eher dazu gleichermaßen mild zu werden und sich keineswegs in Eisstürmen oder gar Eiszeiten zu manifestieren.
Darüber hinaus kursiert mittlerweile das Gerücht im Internet, dass es sich bei der genauen Datierung des Weltuntergangs auf den 22. Februar 2014 nur um eine Marketingkampagne eines britischen Wikingermuseums gehandelt haben soll. Unabhängig davon, ob die Geschichten wahr sind oder nicht, was bleibt ist ein mulmiges Gefühl, wie es sich eigentlich immer im Zusammenhang mit einem bevorstehenden Weltuntergang einstellt.

Traumdeutung